Auslandssemester 2004
 
 
16.02.2004 - Auf geht‘s. Irgendwie fühle ich mich immer noch etwas unvorbereitet, als ich in Sydney lande. Ich bin viel zu warm angezogen, aber immerhin ist mein Koffer mit mir gelandet. Und ich lerne gleich den allerwichtigsten Grundsatz - nach dem in Australien alles klappt: „No worries.“ (Sollten sich hier viele Menschen auch öfter mal zu Herzen nehmen - irgendwie funktioniert doch am Ende alles.) Ich finde den Transporter, der mich zu meinem Hostel bringt, in dem ich erstmal eine Woche bleibe. Auf der Fahrt vom Flughafen zum Hostel denke ich mir noch „Wow, ok, so sieht‘s hier also aus. Ich glaub, damit kann ich leben.“ Die Panik legt sich langsam (schließlich hab ich ja auch mein Handtuch dabei), und ich fange an, die Sonne zu genießen.
 
Und damit hab ich eigentlich schon das wichtigste begriffen, was ich - abgesehen vom Studium - in Australien für mein Leben mitnehme: Man muss nicht immer alles bis ins kleinste Detail vorbereiten. Es ist spannend und schön, die Dinge einfach so anzunehmen, wie sie eben sind und passieren. Bisher war mein Leben immer fair, und jede noch so miese Situation hat am Ende doch irgendwie ihr gutes gehabt. Wer also keine Zeit oder keine Lust hat, sehr viel zu lesen, der kann jetzt getrost aufhören und ist trotzdem perfekt auf Australien vorbereitet.
 
Aber zurück nach Australien. Das Hostel liegt sehr zentral, der Bus zur Uni fährt quasi vor der Haustür los. Und am nächsten Tag treffe ich mich mit einem Bekannten, der an der gleichen Uni studieren wird, aus München, wir wollen zusammen in eine WG ziehen. Wir informieren uns im International Students Büro über mögliche Wohnungen, rufen einige Leute an, und nachmittags hab ich schon meine erste Vorlesung. Mitten rein ins Leben also. Nach zwei Tagen findet Christian, der Münchner, eine Wohnung, in der noch zwei Zimmer frei sind, und die ca. 10 Minuten zu Fuß von der Uni entfernt ist. Mit zwei Schweden zusammen haben wir in den nächsten Monaten echt eine tolle Zeit. :-D
 
Die Uni beeindruckt mich, der Campus ist echt schön, es gibt auch viele Cafés und Läden - es ist da viel mehr los, als in Garching.
 
Meine Vorlesungen im Semester finden alle abends statt, weil ich an einem Graduate Programm teilnehme - die anderen im Kurs sind alle schon mitten im Berufsleben. Das erste, was mir auffällt ist, dass wir in den Vorlesungen immer nur um die 20 Teilnehmer sind - die Dozenten lernen unsere Namen sehr schnell. Und im Gegensatz zu den meisten Dozenten, die ich sonst erlebt habe, lehren sie gerne. Studenten wollen etwas lernen und arbeiten hart für die Kurse - erwarten aber auch von den Dozenten deutlich mehr: bessere Skripten, bessere Betreuung. Auch wenn ich mich jetzt bei einigen sicher unbeliebt mache: Studiengebühren sind eine gute Sache. Vorausgesetzt, sie landen tatsächlich an der Uni, und werden nicht für andere Zwecke missbraucht. Erstens kann sich eine Uni damit sehr viel mehr an Ausrüstung leisten, und auch sehr viel Freizeit-Aktivitäten anbieten. Und zweitens lernt man mehr, weil man sich besser auf die Vorlesungen vorbereitet und es sich zweimal überlegt, ob man schwänzt, wenn eine Vorlesung (nicht pro Semester, sondern pro einmal stattfinden) 200 Dollar (ca. 130 Euro) kostet. Ausserdem hat man eben ganz andere Ansprüche - man möchte dafür eben auch von den Dozenten gut betreut werden.
 
In diesem Auslandssemester habe ich übrigens etwas ganz anderes studiert, als in Deutschland, einfach, weil ich vorher schon ahnte, dass das mit dem Anerkennen nicht so einfach wird. Also lieber ein zweiter Abschluss, in einem anderen Fach.
 
to be continued (ich suche noch nach der Hardcopy vom Tagebuch...)
    UNSW
Eigentlich: University of New South Wales
Wo: Kensington Campus
Fakultät: School of Safety Science
Studiengang: Ergonomics
 
    Wg
Wo: Randwick
Mitbewohner: 3 nette Leute
 
    Für Fragen
ICQ: 102313813
Email: australien AT sunnysi DOT de
 
Auslandssemester an der UNSW 2004